Bei Nartauen machten wir einen Abstecher zu
Kempowski, der leider verstorben ist. Es gibt dort in regelmäßigen Abständen Literaturlesungen. Der bekannteste Roman ist "Tadellöser & Wolff", ein Besuch im Hause Kempowski´s lohnt sich!
Kurz vor Otterstedt kamen wir durch Winkeldorf. Hier gibt es eine Eselstation, die es mir angetan hat. Vielleicht leihe ich mir hier eines Tages einen Esel, der mir als Transportmittel dient. Allerdings habe ich gelesen, daß ein Esel an jedem Strauch und jeder Blume anhält, um sie zu fressen, auch der Rücktransport und die Einkehr, zumindest in Deutschland, ist heutzutage schwierig.
Die Otter vor der Otterstedter Kirche haben es mir angetan. Niedliche, kleine putzige Tierchen, leider nicht echt. Die Otter sind hier in der Gegend fast ausgestorben, aber es besteht die Hoffnung, dass sie irgendwann zurückkommen. Dazu brauchen wir allerdings etwas weniger Landwirtschaft, weniger Flußbegradigungen und mehr naturbelassene Ecken. Daher mein Appell an alle: Bleibt auf den Wegen, sonst vergrault ihr vielleicht noch eventuelle Heimkehrer.
Ottersberg streift der Weg, wie im Heft beschrieben, nur am Rande. Trotzdem lohnt sich eine Einkehr, hier gibt es Bankautomaten, Apotheken, kleine Cafés, Supermärkte und kleine Pensionen. Die Übernachtungsmöglichkeiten sollte man sich allerdings vorher aus dem Internet der Ottersberger Seite holen. Achtung: Es handelt sich um den Flecken Ottersberg! Ihr solltet nach der Entfernung zum Ortskern fragen oder nach dem Ortsteil Campe. Einen entsprechenden Link habe ich hier auf dieser Seite gelegt.
In Ottersberg selber ist erwähnenswert der Amtshof. Dazu gehörte ehemals der Edelhof, der als Vorhut des Amtshofes galt und lag auf der Strecke Richtung Bremen. Der Hof ist mindestens 2x abgebrannt und hat wahrscheinlich als eines der ersten Dörfer ein Ziegeldach bekommen. Inzwischen existiert er nicht mehr, die Gaststätte zum Edelhof wurde erst später in Betrieb genommen und ist jetzt auch nicht mehr aktiv. Das Gemälde vom ehemaligen Hof hängt in der Gaststätte und ist in Privatbesitz.
Übrigens: der von Heiner veröffentlichte Track auf gpsies ist nicht 100%tig korrekt, dieser ist aber ideal für Radfahrer. Fußgänger haben die Möglichkeit von der vielbefahrenen Fahrrad- und Autostrecke nach rechts auszuweichen. Diese Möglichkeit ist von uns so ausgeschildert. Wer also der Beschilderung folgt oder den track auf wikiloc hat, umgeht so ein wenig mehr Straßenpflaster.
Klar, das es sich hier um die schönsten Dörfer Norddeutschlands handelt. Fischerhude hat hier natürlich als alteingesessenes Künstlerdorf den Rang Nummer 1. Hier gibt es Kaffee- und Teestuben reichlich, Kuchen und Torten aus hauseigener Herstellung, einen fantastischen Bioladen direkt am Weg mit einem gigantischen Obst- und Gemüsesortiment und etliches mehr. Die mit Liebe erhaltenen alten Bauernhäuser entlang des Weges sind immer wieder ein Blickfang für's Auge, nur der Fußgänger hat die Zeit und die Muße, richtig hinzuschauen und zu genießen. Weil wir Ende April den Weg gelaufen sind, konnten wir dazu noch unter Kirschbäumen entlang von wunderschön und üppig blühenden Bauerngärten flanieren. Auch hier ist die komplette Infrastruktur vorhanden.
Ottersberg hat eine Zuganbindung, der Bahnhof liegt ca. 3 km abseits des Weges. Zur Fahrplanauskunft kommt ihr
hier (Ottersberg Han)